Zum Hauptinhalt springen
Veröffentlicht am: 30. Juli 2025, Text & Fotos: klar Werbeagentur
Ingo Krampitz, Ur-Rotenburger & AG „lokales Einkaufen“

Frühaufsteher mit Herz für Lokales

Wünscht sich Vielfalt und Lieblingsplätze für Rotenburgs Innenstadt.

„Morgens um 3 Uhr bin ich schon auf. Für mich ganz normal.“

Während sich andere nochmal umdrehen, ist Ingo Krampitz schon auf den Beinen. Sein täglich Timing. Als Fahrer für die Rotenburger Werke liefert er pünktlich ab, seit 30 Jahren. Er ist viel unterwegs – übrigens auch in Gedanken. „Finde ich gut, dass ich während der Arbeit die Zeit habe, frei und für mich zu sein und nachzudenken“, sagt Ingo. Denn – ihn beschäftigt einiges.

Und es bleibt nicht nur bei den Gedanken, die manchmal schon am Morgen mit ihm mitfahren. Der Ur-Rotenburger steht auf für die Dinge, die ihm etwas bedeuten. Lieber früh als spät.

„Nur theoretisch zu bleiben, reicht nicht. Wir müssen auch was tun.“

Engagiert in der Stadtpolitik und in Gesprächen zu sein – aber auch direkt aktiv zu werden, wenn gute Freunde aus der Nachbarschaft ein Thema auf den Tisch bringen. „Beides wichtig“, findet Ingo. Dem 58-Jährigen liegt die Zukunft seiner Heimatstadt am Herzen. Er ist hier aufgewachsen, fühlt sich mit Rotenburg (Wümme) wie verwachsen. Schon immer. „Als Cornelia [Mansfeld, Müller’s Buchhandlung] mich neulich fragte, ob ich mich ihrer lokalen Arbeitsgruppe zum Thema Innenstadt-Belebung anschließen möchte, habe ich sofort zugesagt.“

„Unser Workshop hieß: ‘Belebung der Innenstadt am Beispiel Rotenburg‘.“

Erstes Projekt der frisch gegründeten Arbeitsgruppe (AG): einen Workshop in Berlin gestalten. Neben Cornelia und Ingo brachten sich Astrid Schloo (Buch & Aktuelles) und Antje Doil (Stück vom Glück, Unverpackt-Laden) von Anfang an mit ein. „Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte Cornelia zum Kongress geladen, zur Feier des 200-jährigen Jubiläums. Unser Workshop war wirklich gefragt und gut besucht. Der Austausch hat uns hautnah gezeigt: Viele Menschen beschäftigt, was aus ihrer Innenstadt wird. Damit sind wir in Rotenburg nicht allein.“

„Wir brauchen Vielfalt und Lieblingsplätze, die Leben reinbringen.“

In Berlin lag der Fokus auf dem Buchhandel – doch mit nach Hause, nach Rotenburg, hat die AG mit dem Arbeitstitel „lokales Einkaufen“ Inspiration und Motivation für die gesamte Innenstadt genommen. „Wir möchten das Thema ‚Belebung der Innenstadt‘ weiter aus unserer Perspektive anstoßen, mit unseren Mitteln und gemeinsamen Ideen. Dafür wollen wir in den kommenden Monaten auf andere inhabergeführte Geschäfte in Rotenburg zugehen. Uns zusammentun und Wege finden.“ Wege, die die Innenstadt von innen heraus stärken. Attraktiv zeigen und zum Besuchsziel machen. Die die Verkaufsvielfalt unterstützen – und so „das Leben“ einladen.

Als Ur-Rotenburger weiß Ingo, was die Innenstadt früher „konnte“ – und wo heute Luft nach oben wäre. Gleichzeitig ist er sich dessen bewusst, dass die Herausforderungen heute vielfältig sind – von steigenden Kosten bis zu Online-Kaufverhalten, von der Personal- bis zur Locationfindung. „Umso besser, einen Austausch vor Ort zu schaffen und es zusammen anzugehen“, so Ingo.

„Menschen diskutieren viel in Zuckerbergs Welt – und wenig vor Ort.“

Ingo sieht aber nicht nur den lokalen Einzelhandel vor der großen Herausforderung, neben dem Onlinehandel zu bestehen und seine eigenen Vorzüge auszubauen. Es finde ja vieles im Leben nur noch digital statt – von Austausch bis Einkauf, „wobei es mir jetzt nicht darum geht, gar nichts online zu bestellen oder auf Social Media zu verzichten. Ich teile selbst gern Buchtipps bei Facebook und ich kaufe auch nicht alles in Rotenburg ein“, stellt Ingo klar.

Gleichzeitig halte er es aber für wichtig, sich lokal begegnen zu können. Und dafür brauche es die passenden Anreize und (Lieblings-)Plätze in der Innenstadt. „Eine Kneipe zum Beispiel oder ein Kulturzentrum am Neuen Markt.“ Orte, an denen Rotenburg zusammenkommen kann. An denen echte Gespräche face to face möglich sind. „An denen Demokratie gelebt wird“.

Lieber „1 Klick zum Warenkorb“ oder eine gute Zeit in der Bummelzone?

Damit uns diese Entscheidung in Rotenburg noch „schwerer“ fällt, werden sich Ingo und die AG „lokales Einkaufen“ engagieren. Zusammen mit allen, die sich einbringen möchten. Um Mut, Motivation und Gemeinschaftsgefühl in die Rotenburger Bummelzone einzuladen – und den welligen Plakaten an tristen Leerständen bewusst etwas entgegenzusetzen. Lieber früh als spät.

Was Ingo Krampitz gerade noch bewegt:

„Gut, dass es lebendige Orte wie das Jugendzentrum und die VHS/Bibliothek gibt!“ Angebote wie diese wirken genau in die richtige Richtung für Rotenburg, findet Ingo.

Als Positiv-Beispiel für den lokalen Einzelhandel nennt Ingo sofort Röhrs Spielwaren: „Mit dem Laden bin ich aufgewachsen. Es wäre doch eine echte Katastrophe, wenn wir Röhrs hier nicht hätten, oder?!“

„Wer mitmachen möchte, kann sich bei uns melden!“ Geschäftsleute aus Rotenburg dürfen sich angesprochen fühlen. Gemeinsam die Innenstadt ins rechte Licht zu rücken, zu zeigen, was an Angebot da ist, ist das erste Ziel der AG, auf dem Weg zur Vielfalt.

Wir danken Ingo Krampitz für seinen Blick auf die Dinge.

Mit ROWgional schaffen wir uns ein regionales Ventil. Werde auch du Teil unseres Projektes oder schlage jemanden aus Rotenburg (Wümme) und umzu vor, dem wir Gehör verschaffen sollten. Wir freuen uns auf deine Nachricht.

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.