Zum Ziel – und zwar zusammen
„Mit Herz bei der Sache.“
Dieser Slogan gilt nicht nur für das Autohaus Holst. Auch seine Geschäftsführerin lebt nach diesem Leitsatz oder anders gesagt: bringt ihn zum Leben. Wer mit Heide Holst ins Gespräch kommt und sich großen Themen wie Berufung, Personalführung und Generationskonflikten gegenüber öffnet – geht sicher mit einem Perspektivwechsel und mehr neuen Gedanken nach Hause als so mancher Seminarbesucher. In diesem Sinne, viel Freude mit Heides Portrait!
„Beruf kommt von Berufung.“
„Ohne Herz geht’s nicht“, hat schon Heides Vater ihr damals nahegelegt. Dass sich seine Tochter einmal ihre ganz eigene Berufung über Jahre zusammenpuzzelt, hätte er wahrscheinlich nicht gedacht. „Ich selbst auch nicht“, sagt Heide Holst und lächelt ruhig. Als „Draußenkind und kleine Schrauberin auf dem Schrottplatz“, sah sie sich immer im Handwerk. Und – vor allem nicht als Geschäftsführerin des Autohauses ihrer Eltern.
Es sollte dann doch anders kommen. Heide schloss erst als Innungsbeste eine Kraftfahrzeugmechaniker-Lehre ab, machte später noch eine kaufmännische Ausbildung in einem Autohaus. Es folgten über die Jahrzehnte noch viele weitere Fort- und Weiterbildungen, doch von diesen zwei wertvollen Perspektiven profitiert die 67-Jährige bis heute – und ihr Team im Autohaus Holst ebenso.
„Ich möchte Menschen verstehen, was sie beschäftigt und bewegt.“
Heide schaut gern von beiden (oder am liebsten von mehreren) Seiten auf die Dinge. Macht den „Schulterblick“, um tote Winkel zu vermeiden. Als überzeugte gelernte Mediatorin und erfahrene Geschäftsführerin mit Herz für Personalführung – gehört das für sie einfach dazu. „In unseren Teams suchen wir auch immer den gemeinsamen Nenner“, erklärt sie. „Es ist normal und für die Zusammenarbeit sogar sehr gut und förderlich, dass wir Menschen uns unterscheiden – doch einen gemeinsamen Nenner zu finden, das verbindet und macht vieles leichter.“
83 Mitarbeitende hat Heide insgesamt im Blick. „Chef“-Sätze wie „Lass deine Probleme zu Hause und funktioniere hier“ empfindet sie nicht nur als aus der Mode gekommen, sondern als grundlegend fragwürdig. „Wo bleibt da die Wertschätzung?“, schüttelt Heide den Kopf. Sie selbst möchte wissen, wie es ihren Mitarbeitenden geht – „ich frage aktiv und sehe die ‚Rucksäcke‘, die manche mit sich herumtragen. Dann versuche ich, zu helfen.“
„Wie auf der neuen Generation herumgehackt wird, geht nicht.“
Heide ruht die meiste Zeit in sich – aber manches macht sie wirklich sauer. Zum Beispiel, wie abwertend einige Leute über die junge Generation am Arbeitsmarkt daherreden. Stempel drauf, und fertig: „Die haben doch alle keinen Bock mehr zu arbeiten“, sagen ihr manche. Die 67-Jährige entgegnet dann freundlich: „Haben wir es den jungen Menschen nicht gewissermaßen vorgelebt?“ Pause. Sie genießt die verdutzten Blicke, führt dann fort: „Aus unserer Generation wollten doch viele mit 63 Jahren in die lang ersehnte Rente, möglichst schnell aufhören.“
Dass eine solche Rente für junge Arbeitende gar kein Ziel oder „Lichtblick“ mehr ist, sehen viele nicht. „Heute beschäftigen eben andere Motive die neue Generation, das verfolge ich gern in Statistiken: Vor ein paar Jahren war es noch Geld, dann kam Sinnhaftigkeit, heute ist tatsächlich Gesundheit das Hauptmotiv. Das ist kein schlechtes Motiv, oder?“
„Die Empathie geht uns verloren.“
Kategorisch eine Generation abzustrafen, davon hält Heide nichts. Was sie in ihrem Berufsalltag aber sehr wohl bemerkt: die Empathie-Fähigkeiten nehmen ab. Nicht auf eine Altersstufe beschränkt, aber bei jüngeren Menschen oft stärker ausgeprägt. „Ich denke, es hängt mit der Digitalisierung zusammen“, sagt sie und hat bereits eine Lösung aufgetan: Seminare im Autohaus Holst. „Ich lade dazu auch Firmen aus der Umgebung ein, es haben ja alle mit ähnlichen Herausforderungen zu tun. Wieso also nicht zusammen weiterbilden?“
„Die Menschen sind das Wichtigste in unserem Autohaus.“
Wir haben heute gar nicht über Autos gesprochen – fällt uns am Ende des Gesprächs mit Heide Holst auf. „Das ist doch egal“, sagt Heide, lacht und wird dann ernst. „Ohne die Menschen wäre hier nichts los, im Autohaus. Die sind das Wichtigste.“
Was Heide Holst noch bewegt:
Sie liest gern Kinderbücher. „Erst habe ich nur Kindern vorgelesen, dann habe ich sie für mich selbst entdeckt. Im Urlaub habe ich immer ein Sachbuch, einen Roman und ein Kinderbuch dabei – und das Kinderbuch lese ich dann.“
Geduld und Zuhören. „Das sind die wichtigsten Tugenden der heutigen Zeit, finde ich.“ Zum Thema Zuhören hat Heide gerade erst ein spannendes Seminar belegt – und es sehr genossen.
„Bist du reich?“ Das hat ein kleiner Junge die Geschäftsführerin in der Kinderecke des Autohauses Holst gefragt. „Ja“, antwortete Heide ihm nach kurzem Überlegen. „Ich habe 3 Freundinnen, die ich immer anrufen kann. Die sind für mich da. Ich bin richtig reich.“










